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Theater auf der Pack

Freitag, 25.07.2014
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Der Mythos „Geierwally“

Als Anna Stainer-Knittel (der eigentliche Name der Geierwally geb. 1841) in jungen Jahren im „Saxer'gewänd“ in den Alpen einen Adlerhorst aushob, und sie es zudem noch wagte, der Herrschaft ihres Vaters zu widerstreben, ging sie endgültig in die Geschichte ihrer Heimat ein. In einer Zeit, als es Frauen nur eingeschränkt, bis gar nicht möglich war, sich frei zu entfalten, setzte die eigensinnige „Nanno“ oft ihren Willen durch. Nur um ihrem Vater zu beweisen, dass sie die Wertigkeit der Dorfburschen übertrumpft und die Pläne vom Vater ignoriert. Mit siebzehn Jahren erklärte sie sich bereit, an einem Seil hängend, einen Adlerhorst in einer Felswand auszunehmen, eine Praktik, die im 19. Jahrhundert üblich war, um Attacken der Adler auf die Schafsherden des Dorfes zu verhindern. Nach einem nur knapp verhinderten Unglück im Jahr zuvor, fand sich kein freiwilliger Bursch mehr, und so ließ Anna sich in den Adlerhorst abseilen.
Die in Heimatfilmen dramatisch aufbereitete Szene zeigt, wie sie sich nur mit Not gegen den angreifenden, ausgewachsenen Adler wehren kann, was in dieser Form wohl nicht der ganzen Wahrheit entspricht. Eigenen Aufzeichnungen zufolge packte Anna Knittel das Adlerjunge in ein Tuch, schrieb die Jahreszahl auf eine Felsplatte und stieg mit Hilfe der oben Wartenden die Felswand wieder hinauf. Dieses Ereignis wurde von Ludwig Steub 1863 mit der Geschichte das “ Annele im Adlerhorst“ bedacht. Die Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern, lernte Anna und ihren Ehemann Engelbert Stainer kennen, ließ sich die Anekdote schildern und schuf daraus einen dramatischen Heimatroman. Den Konventionen der Zeit entsprechend, erzählt sie die Geschichte im Stil „Der Widerspenstigen Zähmung“.
Die publizierten Theaterstücke und Filme konzentrieren sich vor allem auf das eigensinnige Wesen Anna Knittels. Inspiriert von den Abenteuern der Anna Stainer- Knittel diente deren Leben auch als Vorlage für den Roman „Die Geierwally“. Die Schriftstellerin nannte ihre Heldin jedoch „Wally“, gab ihr einen Adler als Begleiter und transferierte das Geschehen zum Höchstbauern August Strominger. Der Mythos „Geierwally“ war somit geboren.

Weitere Informationen:
0664/4245101



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